Psychische Gesundheit ist kein „nice-to-have“ – sie hat einen ROI von 5,3.
- Bernd Brormann

- 22. Jan.
- 3 Min. Lesezeit

Wenn ich mit Geschäftsführern spreche, höre ich oft:
„Coaching? Dafür haben wir aktuell kein Budget. Wir müssen uns auf die Unternehmens-Ergebnisse konzentrieren.“
Womit dann fast immer das operative Ergebnis gemeint ist.
Ups…. Wieso fällt mir in dem Zusammenhang das Wort „Missmanagement“ ein?
Auch im Sinne von Missmanagement der eigenen mentalen Gesundheit (Selbstfürsorge), denn gerade Führungskräfte und die Leistungsträger in Unternehmen haben ein höheres Risiko was die Entwicklung von Burn-Out oder Stressdepression angeht.
Ein paar Daten
Allgemein fühlten sich 51% der US-amerikanischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer 2025 ausgebrannt – so viele wie nie zuvor (Career Optimism Index der University of Phoenix 2025).
Stresspegel steigt
Die vielfachen Herausforderungen und seriellen Krisen bleiben nicht ohne Wirkung (*DGUV Barometer Arbeitswelt 2025- Arbeitswelt im Wandel). In den vergangenen beiden Jahren (2023 und 2024) haben vier von fünf Befragten negative Veränderungen in ihrem Arbeitsalltag festgestellt:
51 Prozent beobachten einen höheren Zeitdruck bei der Erledigung ihrer Aufgaben.
43 Prozent berichten von einem gereizteren Klima unter den Kolleginnen und Kollegen.
Zwei Drittel der Menschen in Deutschland fühlen sich in ihrem Alltag oder Berufsleben häufig oder manchmal gestresst (66 Prozent). Das Stressempfinden hat in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen (TK-Stressreport 2025).
…. und die Boomer verlassen gerade erst den Arbeitsmarkt, so dass die Problematik mit der älter werden Gesellschaft erst noch ihre Wirkung auf den Arbeitsmarkt entfalten wird.
Stress ist die grösste Gesundheitsgefahr des 21. Jahrhunderts
Die Weltgesundheitsorganisation WHO stuft Stress als eine der grössten Gesundheitsgefahren des 21. Jahrhunderts ein.
Die Stressdepression, das Endstadium des Burnouts, stellt ein Risikofaktor für die Entstehung von Gefäß-Erkrankungen (z B Herzerkrankungen, Schlaganfall) dar.
Gleichzeitig begünstigt eine depressive Erkrankung das Auftreten von Osteoporose und Diabetes melli-tus Typ II. Die Depression wird heute daher als «systemische» Erkrankung betrachtet, da sie neben dem Gehirn viele andere Organsysteme in Mitleidenschaft ziehen kann. All dies unterstreicht die große Bedeutung von Maßnahmen, die Burn-Out-prophylaktisch wirken (BURNOUT - Prof. Dr. Dr. Martin E. Keck – https://professorkeck.de/wp-content/uploads/2019/09/Burnout-Broschuere-V5.pdf)
Zurück zum Burn-Out.
Burnout am Arbeitsplatz ist nichts Neues, nur ist es in den letzten Jahren zu einem globalen Problem geworden – laut McKinsey and Company handelt es sich dabei um „die große Erschöpfung“. Die Auswirkung des Burnouts unter den Arbeitnehmer(inne)n hat sich während der Pandemie verschärft.
Einer Studie aus UK folgend (deloitte-uk-mental-health-report-2022) zahlt jeder ausgegebene Euro für den Erhalt der psychischen Gesundheit von Mitarbeitern 5.3-fach aus. Dadurch, dass Kosten durch ein hohes Turnover, Arbeiten trotz Erkrankung (Präsentismus), krankheitsbedingter Ausfall von Mitarbeitern vermieden werden. Bei psychischen Erkrankungen dauert die Abwesenheit deutlich länger und Krankheitstage durch psychosomatische Erkrankungen auf Grund von Stress, kommen noch hinzu.
Es lohnt sich allein schon dadurch, dass zufriedene, gesunde Mitarbeiter kreativ mit komplexen Aufgaben umgehen können.
Die Ergebnisse eines Systems sind das Produkt des Systems. Die Qualität des Systems zeigt sich darin, wie gesund die Menschen sind, wie sie miteinander in Verbindung stehen und ob sie gemeinsam aufkommende Herausforderungen bestehen. Stress entsteht in besonders schädigender Form, wenn wir kein tragendes, unterstützendes Umfeld haben.
Ein hoher Krankenstand, Dienst nach Vorschrift und Fluktuation sind keine Schicksalsschläge. Es sind Symptome einer ökologischen Schieflage im Betrieb.
In meiner 25-jährigen Führungserfahrung habe ich gelernt: Wer die menschliche Komponente ignoriert, zahlt am Ende drauf – und zwar massiv.
Es lohnt sich etwas zu tun und man kann etwas tun.
Ich unterstütze mittelständische Unternehmen dabei, eine vitale Arbeitsumgebung zu schaffen, die nicht nur menschlich, sondern auch wirtschaftlich enkelfähig ist.
Meinung, weitere Quellen, Diskussion? Gerne.
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*Umfrage unter über 2.000 Erwerbstätigen, die die forsa Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen mbH im Auftrag des Spitzenverbandes der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen, Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung
👣 Ich bin Bernd Brormann, NLP Mastercoach. Ich begleite Menschen, ob einzeln oder in Teams, ob Führungskraft oder privat, Lösungen aus sich heraus zur Entfaltung zu bringen. Mit kraftvollen Fragen, manchmal mit eingewobenen Naturerlebnissen und immer mit Herz und Professionalität begleite ich Dich/Euch – hin zu mehr Klarheit und Selbstverbundenheit.



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