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Stress ist nicht das Problem

Dauerstress schon.


Fluss, Sonnelicht, durchflutet
Herbstlicht über der Angel in Wolbeck

Wenn wir uns die Biologie und organische Systeme anschauen erkennen wir immer eine Schwingung um eine Mitte herum, einen Rhythmus, der sich um eine Mitte bewegt. In der Biologie nennen wir das aus Fliessgleichgewicht, ein wie ich finde, sehr passender Begriff, der die Dynamik und Anpassungsfähigkeit darstellt. Prof. Volker Busch schreibt in seinem Buch „Kopf frei!“: „Ein Kennzeichen der » analogen «

Biologie ist der Wechsel zwischen den entgegengesetzten Polaritäten der Anspannung und der Entspannung. Das hält uns in Balance.“[1].


Die Natur gibt uns diese Rhythmen vor und wir können ihr nicht entkommen. Versuchen Sie nur mal dauerhaft den Atem anzuhalten. Das wird nicht sehr lange gelingen. So sind auch die tages- oder jahreszeitlichen Rhythmen extrem wichtig. Im Schlaf regeneriert und säubert sich unser Gehirn regelrecht und regeneriert so. Deshalb ist der Schlaf auch so wichtig.


Wirtschaft geht von ständigem Wachstum aus, was mir im übertragenen Sinn wie die Angst vor dem Winter oder dem Schlafengehen zur Nachtzeit vorkommt. Durch immer kleinere Kalibrierungsversuche mit Kennzahlen gesteuert, versucht der Mensch den Rhythmus zu kontrollieren und ständigen Wirtschaftswachstum zu erzeugen. In der Medizin wird unbegrenztes Zell-Wachstum als Krebs bezeichnet. In der Wirtschaft nehmen wir das lineare Wachstum hin. Doch fehlt uns nicht die Rhythmik die als Quelle von Veränderungspotential und Anpassungsfähigkeit dient?


Key Performance Indicator werden eingeführt und Deadlines gesetzt. Wenn wir beachten, dass Begriffe zeigen, wie wir die Welt begreifen, ist Deadline ein Begriff der nur Druck erzeugen kann.


Der Druck soll hochgehalten werden, da Vertrauen in das Organische, in die Kraft der „Ruhephasen“ in der Wirtschaft nicht oder kaum existiert. Der dauerhafte Stresspegel ist dann auch dass was den Körper krank macht. Die Zahlen der Erschöpfungsdepressionen (Burn-Out) gehen seit Jahren durch die Decke.


Da wir das Wirtschaftssystem nicht unmittelbar verändern können, kann es für uns Menschen nur darum gehen, wie wir selbst damit umgehen. Unser Geist ist der flexiblere Teil und der der sich mit Achtsamkeit durch jeden von uns selbst beeinflussen und trainieren lässt. Wie ein Muskel Bewegungsabläufe durch Wiederholungen operationalisiert, so ist die Art wie wir Denken auch trainierbar. Nehmen wir das Bild vom Muskel, der sich durch zu viel Stress oder falsche Belastung gezerrt hat: auch hier ist erst mal Ruhe und Entspannung angesagt und nicht „ich gehe mal weiter in den Schmerz, dann wird es auch wieder besser“ und unser Köper ist auch Verkörperung dessen was wir über uns glauben. Ändern wir diesen Glauben über uns selbst, kann der Körper gar nicht anders als unserem Geist zu folgen. Körper und Geist gehören untrennnbar zusammen. Doch dabei hilft eben auch die Entspannung, aus dem Schmerz herauszukommen.


Wie können wir diese Ruhe und Entspannung in unser Leben holen, um uns erholen zu können? Meine Erfahrung ist, dass die schönste und nachhaltigste Methode, um abzuschalten und die Aufmerksamkeit wiederherzustellen, regelmässige Ausflüge in die Natur natur.


Ein Aufenthalt in der Natur hat zahlreiche positive psychophysiologische Auswirkungen auf unseren Organismus dies wurde schon oft untersucht und Prof. Volker Busch verweist in seinem bereits erwähnten Buch „Kopf frei!“ auf eine umfassende systematische Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2019 in der anhand von 25 ausgewerteten Studien an knapp 3000 Probanden der positive Effekt der Natur auf verschiedene Faktoren der Gesundheit nachwiesen werden konnte [2}


Durch das Eintauchen in ein Umfeld, welches mit „frischer Luft“ und „natürlichen Geräuschen“ unseren Sinnen guttut, erlangen wir schnell das Gefühl, dass „hier nichts von mir erwartet wird“. Wenn wir dann noch das Smart-Phone zu Hause gelassen haben, erfahren wir eine digital-ablenkungsfreie Öffnung der Sinne, so dass sogar die Komplexität des Systems Wald entspannend wahrgenommen wird. Denn hier wird unser innerer Auftragnehmer nicht aktiv, der Wald will nichts von uns.  


Zahlreiche Studien haben die positiven physiologischen und psychologischen Wirkungen des Waldes belegt, wie Steigerung der Anzahl und Aktivität der natürlichen Killerzellen [3], Senkung des Stresshormonspiegels und des Blutdrucks oder Aktivierung des für Ruhe und Erholung zuständigen Parasympathikus [4].

In der Ruhe liegt die Kraft, sagt ein Sprichwort und dieses zur Ruhe kommen ist so wichtig für die Heilung von Überlastungserscheinungen und das Wiedererlangen der Schöpfungsfreude, die ich Kreativität nenne. Gerade für die Wirtschaft ist aus der Ruhe kommende Kreativität förderlich, da sie auch ein angstfreies Umfeld erzeugt. Denn in Geduld – die ein Zeichen dieser Qualität ist – ist auch die innere Sicherheit enthalten, die Sicherheit, dass sich Lösungen zeigen und dass Lösungen erzeugt werden können. Dadurch entspannt sich auch das Arbeitsumfeld. Aufenthalte mit Teams in der Natur, Outdoor-Coachings ob in Deutschland oder Wildniserfahrungen für Führungskräfte oder Teams, erzeugen eine starke Verbindung jedes Teilnehmenden mit sich selbst und den anderen. Diese Verbindungen sind belastbarer, weil sie aus einer Erfahrung kommen, die stark mit Vertrauen korreliert ist und Vertrauen ist ein effektives Mittel, um Komplexität und somit Stress zu reduzieren.


Wollen Sie für sich oder für Ihr Team diese Qualitäten sich entfalten lassen, dann freuen wir uns bei Vagabonds auf Ihre Kontaktaufnahme.

 

Quellen:

[1] „Kopf frei! Wie Sie Klarheit, Konzentration und Kreativität gewinnen“; Busch, Prof. Dr. Volker;  S. 165; Droemer eBook. Kindle-Version


[2] Djernis, D., et al., “A Systematic Review and Meta-Analysis of Nature-Based Mindfulness: Effects of Moving Mindfulness Training into an Outdoor Natural Setting”. International journal of environmental research and public health, 2019.16(17)


[3] Li Q, Kobayashi M, Inagaki H, Hirata Y, Li Y, Hirata K, Shimizu T, Suzuki, H, Katsumata M, Wakayama Y, Kawada T, Ohira, T, Matsui N, Kagawa T (2010) “A day trip to a forest park increases human natural killer activity and the expression of anti-cancer proteins in male subjects. J Biol Regul Homeost Agents.”https://www.researchgate.net/publication/44616251_A_day_trip_to_a_forest_park_increases_human_natural_killer_activity_and_the_expression_of_anti-cancer_proteins_in_male_subjects. Zugegriffen am 15.02.2024


[4] Li Q (2018) Die wertvolle Medizin des Waldes: Wie die Natur Körper und Geist stärkt. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg, S. 77; vgl. 7 Abschn. 2.2

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